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Telefone & Telefondienste

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Die Entstehungsgeschichte des Telefons

ISDN, GSM, DSL, MMS, Handy, Wireless-Lan… sind Begriffe, die uns in unserem heutigen Leben tagtäglich im Bezug auf unsere moderne Kommunikation immer wieder begegnen. Telefonieren ist für uns heute so selbstverständlich wie essen oder trinken, es wird einfach getan, ob mit dem Festnetzanschluss zu Hause oder mit dem Handy von unterwegs.. Niemand macht sich über die „Entstehungsgeschichte“ des Telefons Gedanken, einige wissen vielleicht, dass es von einem gewissen Bell erfunden worden ist oder war es vielleicht doch ein Deutscher namens Reis, wenn man aber fragt in welchem Jahr ist es mit dem Wissen auch schon wieder vorbei. Anders als z. B. in der Geschichte der modernen Luftfahrt gibt es auch keine berühmten Pioniere. Das Telefon verursachte keine Masseneuphorie, man kann sagen, es war eine stille Erfindung, die sich auch nur langsam durchgesetzt hat.

Die Erfindung des Telefons brachte auch Veränderungen in der Wirtschaft, der Kultur und der Gesellschaft mit sich. Arbeitsplätze gingen verloren, neue wurde geschaffen, die Bezeichnung „das Fräulein vom Amt“ kennt auch heute noch jeder, obwohl man heutzutage schon lange kein „Amt“ mehr benötigt. Die scharfe Trennung zwischen der Ober- und der Unterschicht, welche zunächst eine rasche Verbreitung in Europa verhinderte, begann sich allmählich aufzulösen. Die Entstehungsgeschichte des Telefons „Über Fortpflanzung musikalischer Töne... ...auf beliebiger Entfernung durch Vermittlung des galvanischen Stroms“ war das Thema eines sensationellen Vortrags, den ein junger Lehrer am 26. Oktober 1861 vor Mitgliedern des Physikalischen Vereins, einem Kreis Frankfurter Wissenschaftler und Honoratioren, der alten Reichsstadt Frankfurt am Main im Senckenberg-Museum hielt.

Johann Philipp Reis (1834 – 1874) stellte seine Erfindung vor, mit der es ihm gelang „... einen Apparat zu erfinden, durch welchen es möglich wird, die Funktionen der Gehörwerkzeuge klar und anschaulich zu machen, mit welchen man aber auch Töne aller Art durch den galvanischen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren kann.“ Über eine Entfernung von 300 Fuß wurde aus dem benachbarten Bürgerhospital ein Musikstück übertragen. Als die Anwesenden „die Melodie ganz deutlich vernahmen, da entstand ein allgemeines Erstaunen und die freudigste Überraschung...“.1 Reis gab seiner Erfindung den Namen Telephon (der Begriff „Telephon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet tele: fern, weit; phoné: Stimme).

Zu der Demonstration in Frankfurt führte eine Sprach-Vorführung im kleineren Kreise an der Friedrichsdorfer Schule, an der Reis unterrichtete. Über eine Entfernung von 150 Fuß wurden Texte aus einem Turnbuch gelesen und übertragen, Reis sollte die von ihm gehörten Worte direkt wieder geben. Um das Misstrauen unter den Zuhörern zu entkräften, die Texte könnten einstudiert sein, einigte man sich auf einige freie und unsinnige Sätze. Hierbei kam es dann zu dem berühmten Satz von Reis „Das Pferd frisst Gurkensalat“, eigentlich hieß es „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“.

Das Reis`sche Telefon bestand aus einem „Würfelsender“ (Mikrofon) und einem, im wesentlichen aus einer Stricknadel bestehendem, Empfänger, welchen man zur Klangverstärkung einfach auf einen Geigenkasten hielt. Für Reis bestand das ursprüngliche Ziel nicht darin, ein Kommunikationsmedium zu schaffen, vielmehr bestand sein Bestreben darin, das menschliche Ohr in seiner Funktionsweise nachzuahmen, also die Entwicklung eines Hörapparates.

Obwohl die Erfindung von Reis in der Gelehrtenwelt allseits mit großer Bewunderung aufgenommen wurde, blieb der materielle Erfolg jedoch aus. Da die immensen Möglichkeiten des „Telephons“ noch nicht erkannt wurden, fand sich kein Geldgeber, der die weitere Forschung unterstützen wollte. So blieb es dann bei einigen wendigen von Reis selbst gebauten Apparaten, die er innerhalb Europas – hauptsächlich zur Musikübertragung - verkaufen konnte.

Das Johann Philipp Reis nicht als wirklicher Erfinder des Telefons gilt, ist auch auf das zu der damaligen Zeit schlechte bzw. nicht vorhandene Patentierungsverfahren in Deutschland zurück zu führen. Denn anders als in England, Italien oder den USA wo man sich Erfindungen und die sich daraus ergebenden profitablen Produktions- und Veräußerungsrechte sichern konnte, war dies in Deutschland nicht möglich. Daher bestand auch kein großes Interesse daran, sich Erfindungen patentieren zu lassen.

„Herrgott, es spricht!“

Anders als Reis stand für Alexander Graham Bell der kommerzielle Nutzen des Telefons von Anfang an im Vordergrund. Bell, dessen Vater eine Sprache für Taubstumme entwickelt hatte, unterrichtete selbst als Taubstummenlehrer wodurch er die Anatomie der Gehöhrgänge bestens kannte, ehe er von seinen Geldgebern mit Entwicklungsarbeiten für einen „Mehrfachtelegraphen“ beauftragt wurde. Ziel sollte es sein, eine Telegraphenleitung auf mehreren Frequenzen nutzen zu können.

Da Bell davon ausging, dass wenn es im gelänge „einen Mechanismus zu erfinden, mit dem sich die Stärke eines elektrischen Stromes ebenso variieren lässt, wie die Dichte der Luft durch den Schall variiert wird, dann kann ich jeden Laut telegraphieren, sogar das gesprochene Wort.“ , arbeitete er zusammen mit seinem Assistenten Thomas Watson unermüdlich an einer Lösung und „erfand“ somit das Telefon. Bell nutzte bei seinem Telefon das Prinzip der magnetischen Induktion (Entdeckung 1831, Faraday) was dazu führte, dass dieses - anders als der Apparat von Reis - ohne Batterien genutzt werden konnte.

Richtig Spannend wurde es allerdings noch bei der Patentanmeldung. Bell’s ärgster Konkurrent Elisha Gray hatte ungefähr zeitgleich einen Apparat erfunden, mit dem es möglich war, zu telephonieren. Bell meldete das Patent jedoch zwei Stunden vor Gray, am 14. Februar 1876, an. Es folgten ungefähr 600 Prozesse in welchen Gray versuchte die Patentierung für Bell anzufechten, jedoch allesamt ohne Erfolg.

Weiter lesen > Artikel über die Entwicklung der Vermittlungstechnick.






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